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Echo)) Space
Vernissage «Polwärts – Tiefe Einsichten in den hohen Norden»

Poetics Of Deconstruction

24/04/26 — 15/08/26

Ausstellung
Galerie, 2. OG

Vernissage:
Do, 23/04/26, 18.30 Uhr
Öffnungszeiten:
Di-Fr
10 bis 19 Uhr
Sa
10 bis 17 Uhr
So
11 bis 17 Uhr
Mo
geschlossen

KurationNicolas Kerksieck und Pearlie Frisch

Fotonedia boutouchent

Das Ausstellungsformat «New Perspectives – Camera Arts goes Kornhausforum» ist eine Kooperation zwischen dem Kornhausforum Bern und dem Bachelor-Studiengang «Camera Arts» der Hochschule Luzern – Design Film Kunst. Ausgewählte Absolvent:innen des Vorjahres können in Bern ihr fotografisches Schaffen zum ersten Mal einem grösseren Publikum in einem institutionellen Rahmen zeigen. Damit möchte das Kornhausforum Bern auch aufstrebenden Fotograf:innen eine professionelle, öffentliche Plattform geben und gleichzeitig spannende, junge Positionen am Puls der Zeit in sein Programm aufnehmen.

Die diesjährigen Künstler:innen Jiyan Céline Schmidiger und nedia boutouchent möchten in der Ausstellung «Poetics Of Deconstruction: I Kiss You Today For Tomorrow and Our Gaze Is Not Yours To Claim» mit ihren Arbeiten die Besuchenden auffordern, westliche Sichtweisen zu reflektieren. Damit stellen sie dominante imperiale Darstellungen in Frage und entgegnen eine pluralistischere Betrachtung.

Geschichten von marginalisierten und unterdrückten Menschen bleiben oft vor der allgemeinen Wahrnehmung – damit ist die zentraleuropäische, westliche Sicht gemeint – verborgen. nedia boutouchent und Jiyan Céline Schmidiger setzen sich künstlerisch mit je eigenen Aspekten gelebter Erfahrungen von Marginalisierung, Stigmatisierung und systemischer Unterdrückung auseinander.

Aus dem Schaffen der beiden Künstler:innen geht eine dichte, mystische und poetische Bildwelt hervor. Besuchende können in der Ausstellung in innere Reflexionsräume eintauchen und ihre Perspektiven mit jenen von Jiyan Céline Schmidiger und nedia boutouchent in Beziehung bringen.

Ausstellende

Jiyan Céline Schmidiger, «I Kiss You Today For Tomorrow»

Wer bleibt verborgen? Wessen Perspektive wurde aus der nationalistisch-institutionell gestützten Geschichtserzählung ausradiert? Wie finden Fragmente zu einem kollektiven Gedächtnis zusammen? Zerstörte Artefakte, unterdrückte Lebensweisen sowie die gewaltvolle Unsichtbarmachung der kurdischen Bevölkerung sind Teil von Jiyan Céline Schmidigers «I Kiss You Today For Tomorrow». Für «New Perspectives – Camera Arts goes Kornhausforum» widmet sich die Künstlerin dem kulturellen Erbe in Nordkurdistan durch die Linse des kollektiven Gedächtnisses. Jiyan Céline Schmidiger entfaltet in ihren Fotografien Geschichten von generationenübergreifender Repression und webt spekulative Elemente in den Stoff aus persönlichen Zeugnissen. Fiktionales und Reales verdichten sich, während Widersprüche und Vielschichtigkeit als Formen des Überlebens bestehen bleiben. Aus der Lücke, in der Aufzeichnungen fehlen, treten spekulative Elemente hervor für das, was nicht bewahrt werden konnte. Dokumentarfotografie und Inszenierung vermengen sich zu einer vielschichtigen Erzählung über kulturelle Identität, Resilienz und Befreiung.

Jiyan Céline Schmidiger (*1999, Zürich) ist eine visuelle Künstlerin in Zürich, die an der ZHdK in Zürich im Propädeutikum und an der HSLU in Luzern «Camera Arts» studiert hat. In ihrer künstlerischen Praxis befasst sie sich mit Machtstrukturen, Widerstand und deren persönlicher Dimension. Durch visuelles Erzählen hinterfragt sie dominante Diskurse und regt zum Dialog an. Sie ist Gewinnerin des «ST.ART – Nachwuchsförderpreis Kultur – DESIGN FILM KUNST des Kantons Luzern».

nedia boutouchent, «Our Gaze Is Not Yours To Claim»

Wer blickt wie und auf wen? Der Fotoapparat ist einerseits ein Instrument, das Bilder erzeugt, andererseits auch eines das Bilder unterdrückt. Fotografie schafft seit jeher Vorurteile. nedia boutouchent befasst sich in «Our Gaze Is Not Yours To Claim» mit der exotisierenden und sexualisierenden Stereotypisierung von nicht weissen Körpern. «Our Gaze Is Not Yours To Claim» ist eine vielschichtige und prozessorientierte Auseinandersetzung mit dem kolonialen, männlichen Blick. Als Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit im Kornhausforum verbindet nedia boutouchent persönliche Erinnerungen und koloniale Postkarten aus Algerien. Dabei untersucht und dekonstruiert nedia boutouchent die Fetischisierung von Frauen* aus dem nordafrikanischen Land. Bis in die Gegenwart wirken solche visuellen Konstruktionen, die massgeblich durch eurozentrische, patriarchal und rassistisch geprägte Blickregime erzeugt und noch immer reproduziert werden. Die multimediale Installation zeugt von der eingehenden Bildrecherche. Die Interpretation von nedia boutouchent regt Besucher:innen an, eigene Sehgewohnheiten und damit verbundene Vorurteile zu befragen.

nedia boutouchent (*1998, Biel) ist visuell kunstschaffend. nedia boutouchent wuchs in einem Dorf im Kanton Freiburg auf. Nach dem Vorkurs an der Schule für Gestaltung und Kunst in Biel studierte sie an der Hochschule Luzern – Design Film Kunst. Während des Studiums vertiefte nedia boutouchent die eigene Praxis mit Fokus auf politische Konzepte, alternative Realitäten, menschliche Interaktionen und hegemoniale Strukturen.

nedia boutouchent ist auf Wunsch der kunstschaffenden Person klein geschrieben.

nedbou.cargo.site