Atlas der Reproduktion – Babys, Grenzen, Geopolitik
04/09/26 — 25/10/26
Stadtsaal, 1. OG
Vernissage:
Jeudi, 03/09/26, 18h30
KurationMirko Winkel (Künstler/mLAB, Universität Bern)
Wissenschaftliche LeitungProf. Dr. Carolin Schurr und Dr. Laura Perler (Sozial- und Kulturgeographie, Universität Bern)
Szenografie und DesignProf. Jimmy Schmid und Nicolo Bernasconi (Institute of Design Research, BFH – HKB)
KeyvisualLucy Sabin
Reproduktive Rechte sind zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen geworden. Die Ausstellung «Atlas der Reproduktion» zeigt, wie eng internationale und nationale Politik mit Entscheidungen verwoben sind, die in Schlafzimmern, Gebärsälen und Kliniken getroffen werden. Im Zentrum der Ausstellung stehen der ungleiche Zugang zu Reproduktionstechnologien und Bevölkerungspolitiken, die bestimmte soziale Gruppen dazu ermutigen, Kinder zu bekommen, während sie die Reproduktion anderer beschränken. Die Installationen eröffnen Einblicke in reproduktive Lebenswelten an unterschiedlichen Orten der Welt und zeigen deren transnationale Verflechtungen. Sie thematisieren zum Beispiel, welche Motive spanische Eizellenspenderinnen und russische Leihmütter haben, ihre Arbeit im globalen Kinderwunschmarkt anzubieten. Sie zeigen, wie geflüchtete Frauen Schwangerschaft und Flucht in Schweizer Asylzentren erleben. Oder fragen, warum Frauen aus Polen für einen Schwangerschaftsabbruch nach Deutschland reisen müssen. Alle Installationen stellen die Frage, wer unter welchen Bedingungen Unterstützung erhält – und wer daran gehindert wird –, eigene reproduktive Entscheidungen zu treffen.
Fotografien, Videos, Hörstücke, Rauminstallationen und Karten verbinden persönliche Geschichten mit transnationalen Politiken. Die Ausstellung zeigt, wie Intimität, Technologie und Machtverhältnisse ineinandergreifen – und wie Reproduktion zu einer Frage globaler Gerechtigkeit wird. Dabei werden dialogische Räume zwischen Forschung, Kunst und Öffentlichkeit eröffnet, um eine gesellschaftliche Diskussion über reproduktive Rechte zu ermöglichen. Ein vielstimmiges Rahmenprogramm mit Gesprächen, Führungen und Filmabenden vertieft die Themen.
Die Ausstellung ist auf Deutsch und Englisch.
Gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds, Pro Helvetia, Society in Science – Branco Weiss sowie durch das Geographische Institut der Universität Bern und weitere.